Tarifvertrag apotheker nordrhein 2017

Ellguth, Peter; Susanne Kohaut, Susanne (2017b): “Tarifbindung und Interessenvertretung: Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2016”, WSI-Mitteilungen 04/2017: 278–286. Der FAIR-Ausschuss des französischen Erdölkonzerns Total hielt am 11. Juli 2017 in Casablanca (Marokko) seine zweite Sitzung ab. Der Ausschuss überwacht die Einhaltung des internationalen Rahmenabkommens, das im Januar 2015 mit den Gewerkschaften geschlossen wurde (siehe Bericht in EBR News 1/2015). Sie besteht aus vier europäischen Betriebsratsmitgliedern. Hinzu kommen drei Arbeitnehmervertreter aus anderen Teilen der Welt und ein Gewerkschaftsbeauftragter des Global Union Federation industriALL. Ein Punkt auf der Tagesordnung des Treffens war der Gesundheitsschutz und die Sicherheit am Arbeitsplatz in Nigeria. Am 10. Januar 2017 entschied die Zentrale Schiedskommission (CAC) über die Informationspflicht der Arbeitgeber im Vorfeld der EBR-Einrichtung. Die Klage wurde von einem Arbeitnehmervertreter von Facilicom, einem niederländischen Facility-Service-Unternehmen, eingeschlagen. Aus Gründen der Vertraulichkeit des Unternehmens hatte sich die Personalabteilung der britischen Tochtergesellschaft geweigert, genaue Zahlen über die Größe und Verteilung der Arbeitskräfte in den EU-Mitgliedstaaten zu nennen und die Kontaktinformationen der nationalen Betriebsräte zu übermitteln.

Für General Electric wurde gemäß Artikel 13 der EBR-Richtlinie ein spezielles Verhandlungsgremium (SNB) eingerichtet, das bis März 2018 Zeit hat, einen völlig neuen EBR-Vertrag für die 95.000 Beschäftigten in Europa auszuhandeln. Bis dahin werden die fünf bestehenden europäischen Betriebsräte (darunter eine temporäre Stelle für die ehemaligen Alstom-Standorte) weiterhin unabhängig unter dem Dach von General Electric tätig sein. Künftig könnten sechs europäische Divisionsbetriebsräte mit einem EBR auf Holding-Ebene eingerichtet werden. Dieses Modell erinnert an das Airbus-Beispiel, wo es ebenfalls mehrere Divisions-Betriebsrate gibt (siehe Bericht in EBR News 1/2015). Der Mannheimer Gesundheitsdienstleister Phoenix vermeidet seit seiner Gründung 1994 jede Beteiligung auf Aufsichtsratsebene. Damals hatte die Milliardärsfamilie Merckle fünf regionale Pharmagroßhändler in Deutschland übernommen und in der Folge europaweit massiv expandiert. Heute beschäftigt die Phoenix Pharma SE 34.000 Mitarbeiter in 26 Ländern in ganz Europa (davon 4.400 in Deutschland) und betreibt 2.000 Apotheken in 13 Ländern. Zunächst war es die Wahl der Rechtsform, die dafür sorgte, dass das Unternehmen nicht unter das Mitbestimmungsrecht fiel. Im Januar 2014 wurde die allgemeine Partnerschaft dann nach Liechtenstein verlagert, um jegliche Mitbestimmung weiter zu vermeiden. Die Rückkehr nach Mannheim erfolgte in der Rechtsform der Europäischen Aktiengesellschaft (SE). Zu diesem Zweck gründete die Merckle-Gruppe im August 2016 eine SE ohne Mitarbeiter, die am 7.

April 2017 zur Muttergesellschaft von Phoenix wurde. Auf diese Weise bleibt der Aufsichtsrat dauerhaft frei von jeder Arbeitnehmervertretung. Imke Ahlen kann es nicht glauben. “Baden-Württemberg hat uns einen Vorgeschmack auf das Desaster gegeben, das wir wissentlich in Nordrhein-Westfalen (NRW) ansteuern”, sagte der Chef des Studierendengewerkschaftsvorstandes Asta an der Universität Köln. Sie bemühte sich nicht, diplomatisch zu sein: “Dieser Unsinn muss gestoppt werden.” Die Initiative zur Gesetzgebung entstand als Folge von Arbeitskämpfen kleiner Gewerkschaften im Verkehrssektor (z.B. bei der Deutschen Bahn) zur Verteidigung spezifischer Interessen und gegen die großen Gewerkschaften. Das Gesetz über die Einheit der Tarifverhandlungen hat die bis 2010 herrschende Rechtslage als solche wiederhergestellt.